HEAT

SYNPOSIS

The difference between past and future only exists when there is heat.
The fundamental phenomenon that distinguishes the future from the past
is the fact that heat passes from things that are hotter to things that are colder.

(Carlo Rovelli)

images © kutin | kindlinger

HEAT wird die sechste cineastische Produktion des Künstlerduos Peter Kutin und Florian Kindlinger. Durch den zweckentfremdeten Einsatz moderner Bild und Schallaufzeichnungs-technologie ermöglicht HEAT einen ungewöhnlichen und gänzlich unbekannten Blick hinter die Fassaden und in die Zwischenräume eines klassischen Orchesters.
Musiker*innen des Ensembles StudioDan werden mit einer speziellen High-Tech Wärmebildkamera aufgenommen und offenbart Bereiche die sich der menschlichen Wahrnehmung eigentlich entziehen, da unser Auge nicht in der Lage ist, Temperaturschwankungen zu registrieren. Aus dem aufgezeichnetem Material, das in enger Zusammenarbeit mit den Musiker*innen entsteht, arrangieren kutin | kindlinger einen abstrakten Kurzfilm, der den Geist und die Unbekannten innerhalb der „Maschine“ Orchester beschwört und erfahrbar macht. Mittels einer von der Firma Infra-Tech (Sitz in Dresden) bereitgestellten Wärmebildkamera ist es möglich minimale Temperaturschwankungen zu visualisieren, bzw. auch Restwärme aufzuzeichnen. Betrachtet man die Gesetzmäßigkeiten der Thermodynamik, auf die sich auch das vorangestellte Zitat bezieht, so wird ersichtlich, dass Veränderung immer mit der Entstehung von Wärme einhergeht. James Maxwell’s berühmter Demon, der Geist in der Maschine, ist also Wärme.

 

To pick a hole–say in the 2nd law of Thermodynamics, that if two things are in contact the hotter cannot take heat from the colder without external agency.

James Maxwell

 

Die Hitze, die beim Spielen entsteht wird so zu einem wesentlichen Parameter des Stücks. Es geht um die Wechsel von kalten zu wärmeren Zuständen und umgekehrt. An den Instrumenten lässt sich nach dem Spielen erkennen, wie sich die durch das Musizieren entstandene Wärme nach dem Ablegen des Instrumentes wieder verflüchtigt. Es geht also auch um das was zurückbleibt, die Restwärme, die nicht greifbare Energie. Was wird durch den musikalischen Akt freigesetzt? Hat sich etwas verändert? Was bleibt zurück?

 

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